Auch in Velbert im Kreis Mettmann (NRW) gingen vergangenen Dienstag die Schülerinnen und Schüler aus dem Umland auf die Straßen. Als einzige Demo der näheren Umgebung war die Velberter Demonstration – organisiert durch parteiungebundene Einzelpersonen und Jugendgruppen von Parteien und Gewerkschaften – der Dreh- und Angelpunkt am Niederrhein. Mit Sprechchören und Hochtransparanten sowie Bannern machten bis zu 2000 Schüler und Sympathisanten auf die gravierenden Ungerechtigkeiten im nordrhein-westfälischen Bildungssystem aufmerksam und skandierten dabei Parolen wie “Ohne Bildung werd ich Terrorist”, “Wer baut uns die Zukunft zu? FDP und CDU” und viele weitere. 2 km ging es friedlich die Velberter Innenstadt abwärts, vor jeder der großen Banken wie Citibank, Commerzbank und Deutsche Bank wurden Kundgebungen veranstaltet und die Türen der Fillialen mit Absperrband verbarrikadiert. Mit Hüpf-Aktionen und einem hundert Meter Dauerlauf die Stadt abwärts blieb auch die sportliche Betätigung nicht auf der Strecke. Recht früh zu Beginn der Demonstration versuchten eine handvoll Neonazis die Veranstaltung zu stören. Mit eindeutigen T-Shirts war es jedoch kein Problem, diesen einen Platzverweis zu erteilen und von der Demo entfernen zu lassen.
Die zahlreichen Redebeiträge von [Solid]-, Grüner Jugend und den Jusos Velbert boten Lösungsmöglichkeiten und Kritikpunkte an Kopfnoten, dem Sitzenbleiben, der Aussaat nach Klasse 4 und Studiengebühren. Am Velberter Rathaus wurde mit Paul Stegmann noch ein altgedienter Velberter interviewt und seine Geschichte erzählt. Nach dem 2. Weltkrieg spendete er Privatbesitz und Auto und sammelte anderweitig Spenden, um Kindern in Kuba eine vernünftige Schulbildung zu gewähren, da Bildung nicht nur für ihn ein Menschenrecht darstellt. Ein Redebeitrag eines parteilosen Einzelaktivisten wies noch einmal auf die Repressionen hin, die einzelne Schüler und Schulen auf dem Weg zur Demo zu erleiden hatten. So setzten die Schuldirektoren ihre Schüler telefonisch unter Druck oder stellten sich ihnen in den Weg, um die Demo zu verhindern. An einer Schule streute das Direktorat die Gerüchte, Nazis würden diese Demo organisieren um für Krawall zu sorgen. Übelste Hetze, um die freie Meinungsäußerung zu verbieten. Nach ca. 2,5 Stunden endete die Demonstration mit einer Abschlusskundgebung von Volker Münchow, dem Geschäftsführer der Velberter SPD und einem Kurzauftritt des Hiphop-Duos Nic Knatterton & Jo.




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