Rektoren drohen Schülern vor dem Bildungsstreik mit Schulverweisen

Wir als Bildungsstreikkomitee für den Kreis Mettmann bedauern die Praxis vieler Velberter Schulen, die bereits im Vornherein angekündigt haben, Schülern die sich aktiv am 22.04.2010 im Bildungsstreik einbringen möchten, mit rigorosen Strafen zu belegen. Es ist wichtig für jede Schülerin und jeden Schüler, schon früh damit zu beginnen, sich mit der Politik sowie ihren Fehlern auseinanderzusetzen. Die Schulpflicht ist, unserer Auffassung nach, schließlich den Grundrechten der Versammlungsfreiheit und der Meinungsfreiheit untergeordnet. Diese Entscheidung ist zudem mit dem Schulgesetz vereinbar.

Dieses formuliert es als Aufgabe der Schule, die Schüler zu Persönlichkeiten auszubilden, die fähig sind, „[...] das staatliche und gesellschaftliche Leben auf Grundlage der Demokratie, des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde [...] zu gestalten“ (SchulG, §1). Somit muss sichergestellt sein, dass die Schüler die o.g. Grundrechte und Grundlagen der Demokratie zu jeder Zeit wahrnehmen und besonders ihr Schulleben bzw. explizit die Bildungspolitik mit ihren Mitteln gestalten können.

Gängige Praxis an den meisten Schulen im Kreis Mettmann war es leider, dass die Kommunikation zwischen uns und den Schülervertretung unterbunden wurde, in dem man z.B. Post nicht weiterleitete. Auch schade ist es, dass Schüler mit Androhungen von Schulverweisen sowie schlechten Kopfnoten eingeschüchtert werden. Des Weiteren verbieten wir uns die sich im Umlauf befindenden Unwahrheiten es würde sich bei der Demonstration am 22.04.2010 um eine kommerzielle Veranstaltung oder gar um eine rechtsextreme Veranstaltung handeln. Durch solche Maßnahmen ereicht man, dass aus politischbewussten Schülern, mündige, kritiklose Schüler, werden, was in einer Demokratie mehr als nichts zu suchen haben sollte. Aus diesem Grund bitten wir die Schulleitungen im Kreis Mettmann um Nachsicht mit ihren Schülern und hoffen, dass sie es ihnen ohne Konsequenzen ermöglichen werden, sich am 22.04.2010 dem landesweiten Bildungsstreik anzuschließen und Politik aktiv mitzubestimmen.

Eine Antwort zu Rektoren drohen Schülern vor dem Bildungsstreik mit Schulverweisen

  1. Markus sagt:

    Warum muss der diese Demonstration überhaupt in der Schulzeit stattfinden? Die Versammlungsfreiheiten etc. werden auch nicht angetastet, wenn ihr die Demo in die Schulzeit verlegt. – Nein halt. Nachmittags haben die Schüler ja keine Zeit, weil sie vorm PC daddeln, zum Sport, sich mit Freunden treffen oder sich im Herminghaus besaufen müssen. Das ist natürlich viel wichtiger als seine Meinung kund tun zu wollen.

    Ich behaupte, dass die meisten Schüler sich nicht an der Veranstaltung beteiligen würden, wenn diese nicht in der Schulzeit. Ich glaub auch, dass viele überhaupt nicht wissen, gegen was alles demonstriert wird und lassen sich so von bestimmten ideologisch geprägten Parteien beeinflussen.

    Weiterhin finde ich auch, da Stimme ich euch zu, dass die Schüler von der Schulleitung nicht unter Druck gesetzt werden sollte oder dass Schülern gedroht wird. Die Lehrer sollten die Schüler einfach als unentschuldigt fehlend eintragen und ggf. die Kopfnote ändern und vorher die Schüler über diese Maßnahmen unterrichten.

    Den letzten Satz über die “Unwahrheiten” finde ich bisschen komisch, denn wer glaubt sowas? Die Veranstaltung ist wenn dann Linksextremistisch und Antikapitalistisch, wenn man sich die verschiedenen Organisationen und Parteien anguckt, die den “Bildungsstreik” unterstützen.

    Liebe Grüße
    Markus

    p.s. ich werde mir die Demonstration anschauen kommen ;)

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